Das war die Celebration Europe

 
Heute vor einer Woche begann die zweite Celebration Europe und kaum hatte sie angefangen, war sie auch schon wieder vorbei. Nachdem ich in den letzten Tagen schon diverse Videos präsentierte, folgt nun der Conbericht.
 
Ich fange mal mit dem Veranstaltungsort an: Die Messe Essen eignete sich ziemlich gut. Vom Bahnhof aus in nur fünf Minuten zu erreichen, mein Hotel war auch in der Nähe des Bahnhofs, soweit alles perfekt. Nicht ganz gelungen war die Halleneinteilung. Die Halle mit den Fantischen war einfach zu eng, die Autogrammhalle war zu groß. Die Fantische waren auch zu umständlich zu erreichen, da man sich erstmal den Weg durch die erste Halle mit diversen Ausstellungsstücken und den ganzen Händlern und dann noch durch die Autogrammhalle bahnen mußte. Bei dem Andrang ein langwieriger Weg, zumal ich bei einem der Fantische als Co-Betreiber eingetragen war und ab und an mal vorbeischauen mußte.
Die Klimatisierung fühlte sich nach von 35 Grad runtergekühlt auf 32 Grad an. Es war zum Teil schon sehr warm in den Hallen, aber eben auch ein Wochenende mit Rekordhitze. In den Warteschlangen konnte man bei einigen Besuchern sehen, wie die T-Shirts immer nässer wurden. Wir standen schon alle da und fächelten mit Werbepostkarten, den Eintrittspässen oder was man eben sonst dabei hatte.
 
Die Organisation war größtenteils in Ordnung. Hin und wieder waren einige Ordner etwas rabiat, ansonsten war ich mit dem Personal zufrieden. Offiziell waren Videomitschnitte bei den Panels eigentlich nicht erlaubt, dennoch durfte man unter den Augen der Ordner problemlos filmen. Über das "unerlaubte" Mitfilmen beklagten sich hinterher eigentlich nur ein paar Fans, die sowieso nur mal wieder einen Grund suchten, anderen ans Bein zu pinkeln.
 
Die Organisation in der Autogrammhalle sah etwas chaotisch aus, funktionierte aber. Von der Erklärung auf der Webseite, es müßten immer nur Besitzer von Autogrammtickets im jeweiligen Nummernbereich anstehen (also Ticket 1-200 um diese Uhrzeit, Ticket 201-400 um jene Uhrzeit), war nichts zu sehen. Die Eingänge zu den Warteschlangen waren leider nicht ausreichend gekennzeichnet, bei den Fotosessions mußte man sich sogar erst durchfragen, wo man denn überhaupt ansteht.
Die Wartezeiten in der Autogrammhalle waren bei den großen Namen zumindest am Freitag recht angenehm. Nach gut 40 Minuten in der Schlange stand ich endlich vor Mark Hamill. Am besser besuchten Samstag dürfte es länger gedauert haben, denn die Autogrammhalle war deutlich voller. Leider war es nicht erlaubt, Fotos von Mark beim signieren zu machen. Zumindest dann, wenn man direkt vor ihm stand. Auf der Zielgeraden habe ich ihn unter Einsatz meines Lebens noch mal abgelichtet. ;) Mark wirkte ein wenig müde (lag vielleicht am Jetlag), war aber sehr freundlich. Bei der Fotosession am Samstag war er dann schon lebhafter (was ich an Geld für Autogramme eingespart habe, wurde für das gemeinsame Foto wieder ausgegeben…) und bei seinem Auftritt auf der Bühne ziemlich gut drauf.
Carrie Fisher (mit Hund, der manchmal sogar beim Autogrammschreiben auf dem Tisch lag) war in Ordnung. Sie wirkte munter, aber nicht so extrem überdreht. Sie ging sogar im Celebration Store einigen Merchandise einkaufen. Habe ich persönlich zwar nicht gesehen (wahrscheinlich stand ich da mal wieder irgendwo in einer Warteschlange…. ), aber es gibt Bilder davon. Sie ist hinter ihrer Sonnenbrille anscheinend gar nicht großartig erkannt worden.
 
Die Autogrammpreise waren ja in saftigen Dimensionen angesetzt, aber man muß sich auch mal fragen, wer eigentlich wieviel Geld kassiert. Bei den 120 Euro für Mark Hamill gingen 20 Euro für die Umsatzsteuer weg. Da Official Pix ein Lizenznehmer für Fotos und Autogramme bei Lucasfilm ist, muß man noch 20-30 Euro an Lizenzgebühren  abziehen. Von den dann noch verbleibenden 70-80 Euro bleibt offen, wieviel Mark Hamill wirklich bekommt, und was Official Pix kassiert. Allerdings: Versucht mal, einen garantiert echten Mark Hamill oder Ian McDiarmid auf einem Star Wars Foto für weniger als den Preis bei der Celebration zu bekommen. Viel Spaß bei der Suche…
 
Jeder hatte auf den Panel von Kathleen Kennedy jeder gewartet, im Bezug auf die neuen Star Wars Filme leider ein enttäuschender Auftritt. Mit der Bekanntgabe, John Williams würde würde wieder die Musik komponieren, kam ich mir etwas abgespeist vor. Natürlich hatte man auf die Bestätigung der Rückkehr von Mark Hamill, Harrison Ford und Carrie Fisher gewartet. Positiv wäre noch zu die Aussage zu bewerten, man würde mit Modellbauern, echten Droiden und echten Drehorten arbeiten. Die Kritik an den Prequels kam offenbar bei jedem außer George Lucas an. Kathleen Kennedy fand ich wirklich sympathisch, aber was Episode 7 angeht, blieb die große Ankündigung aus.
 
Der Panel zur neuen Serie Star Wars Rebels machte zu Beginn einen etwas mauen Eindruck, wurde im Laufe der Zeit aber interessanter. Hier gab es immerhin die erhofften Konzeptzeichnungen zu sehen und einige Details wurden verraten. Die Serie macht einen wirklich ansprechenden Eindruck, inhaltlich finde ich das Szenario auch interessanter als das der auf Eis gelegten Realserie. Und Dave Filoni fand ich einmal mehr enorm sympathisch. Grinste von einem Ohr zum anderen und war sichtlich begeistert von seiner Arbeit als Executive Producer an der neuen Serie.
 
Den Auftritt von Anthony Daniels habe ich leider nicht komplett gesehen, aber was ich gesehen habe, war so richtig gut. Ein richtiger Entertainer. Die beste Show lieferte vielleicht Ian McDiarmid ab. Allein schon die nachgespielte Szene aus Episode III war großartig. Der Doppel-Panel von Doug Chiang und Ian McCaig war etwas belanglos. Aber da ich etliche Bücher, Artikel, Interviews usw. über die Entstehung der Filme gelesen habe, weiß ich das meiste eben schon und das ist bei solchen Panels natürlich ein Nachteil. Außerdem hatte man natürlich auch hier auf eine Konzeptzeichnung aus Episode 7 gehofft, aber auch hier leider Fehlanzeige.
 
Die Jabbas Palace Reunion fand ich gut, nur bei sieben Leuten auf der Bühne fast ein wenig zu kurz. Immerhin kamen alle zu Wort. Sehr gut fand ich die auf der Bühne impovisierte Nummer mit den Sockenpuppen. Schön fand ich auch die Anmerkung von Tim Dry, er würde die neue Musik in Jabbas Palast hassen und er würde hoffen, es würde wieder Rückgängig gemacht. yes Hierbei wurde kräftig applaudiert.
 
Bei keinem war der Applaus größer als bei Mark Hamill, er wurde gefeiert wie ein Rockstar und schien es sichtlich genossen zu haben. Als 90% der Besucher schon wieder auf den Stühlen saß, gehörte ich zu den letzten 10%, die immer noch applaudierend dastanden. Guter Auftritt, wirklich sympathisch. Sicher war es auch mal toll, Carrie Fisher und Ian McDiarmid zu sehen, aber Mark Hamill war der Hauptgrund, warum ich die Celebration besucht habe. Auch wenn bei Mark 30 Jahre und ein paar Pfunde dazugekommen sind, er ist der Held meiner Kindheit. Ein Traum wurde war. Im Bezug auf Star Wars hatte ich immer zwei Kindheitsträume: Ein Lichtschwert zu besitzen (die Kenner-Lichtschwerter gab es damals nicht auf dem deutschen Markt) und mal Mark Hamill zu treffen. Seit 2005 besitze ich ein Force FX Lichtschwert, 2013 habe ich endlich Mark Hamill getroffen. Manchmal dauerts eben ein wenig länger.
Mark Hamill endlich mal zu sehen und ihm (sogar mehrmals) die Hand zu schütteln, will ich mit einem Zitat von Kurt Cobain über seinen Konzertbesuch seiner Lieblingsband beschreiben: "When I finally got to see them live, I was transformed into a hysterical nine-year-old girl at a Beatles concert."
 
Tja, so ähnlich ging es mir in diesen Momenten auch. Ein nicht ganz billiges, aber großartiges Erlebnis. Hätte ich mir kein Autogramm geholt und kein gemeinames Foto machen lassen, hätte es mich auf ewig geärgert.
Apropos Foto: Die Aufnahmen wurden ja von "Froggy's Photos" geschossen, der nicht den allerbesten Ruf hat, wenn man ein wenig googelt. Abgesehen von dem völlig einfallslosen Hintergrund bin ich mit meinem gemeinsamen Hamillfoto aber absolut zufrieden. Gute Qualität, gute Aufnahme. Beim warten auf meinen Abzug habe ich auch nur zwei oder drei Aufnahmen gesehen, die mir nicht gefallen haben.
 
Was mich bei den Panels störte: Bei den meisten gab es keine echten Publikumsfragen. Fragen sollten getwittert werden, wohl damit man sich praktischerweise nur die gewünschten heraussuchen konnte. Und das hat mir gar nicht gefallen. Fragen konnte das Publikum nur bei der Jabbas Palace Reunion stellen. Vielleicht auch beim Panel der Boba Fett Darsteller, das war der einzige Programmpunkt auf der großen Bühne, den ich nicht gesehen habe.
 
Ein Wort noch zum Open Air Kino am Freitagabend: Leider war es noch etwas zu hell und der Film ruckelte leicht, aber die Stimmung war gut und in einer der Fressbuden gab es eine wirklich leckere Bratwurst. Leider habe ich es nicht mehr mitbekommen, da ich um den Menschenmassen in der U-Bahn zu entgehen schon auf dem Weg zum Gleis war: Die neue Szene, in der Hayden Christensen statt Sebastian Shaw als Geist zu sehen ist, wurde von den Fans lautstark ausgebuht. yes
 
Natürlich war nicht alles perfekt, aber mir hat die CE2 wirklich gut gefallen. War das Geld wert, die Zeit war (zu) schnell vorbei und für mich hat es sich gelohnt. Hat Spaß gemacht, es gab einiges zu sehen, gute Stimmung, nette Leute kennengelernt (der Vorteil der Warteschlangen), aber auch viel Gedrängel. Beim Kampf um die guten Plätze beim Auftritt von Carrie Fisher ging ich sogar mit blauen Flecken am Arm hervor, weil ich hinter mir ein paar extreme Drängler hatte.
Die Besucher waren sehr international. Überraschend viele Amerikaner (obwohl die erst letztes Jahr ihre eigene Celebration hatten) und unglaublich viele Franzosen. Sogar ein japanisches Ehepaar mit Kind, die extra angeflogen kamen, weil Europa für sie praktischer sei als die USA und in Japan auch schon lange keine Celebration mehr war (vielleicht kann ich das ja mal verbinden, Japanreise mit Celebration… ;) ).
 
Morgen folgt dann noch meine Autogrammausbeute und eventuell die CE2-Fotogalerie.

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